GRÜNE-Linke kritisieren Umbau des Parkplatzes an der Grundschule am Bach

Sonntag, 05. Juli 2026
Der Nienburger Stadtrat hat in seiner vergangenen Sitzung mehrheitlich beschlossen, den Parkplatz an der Grundschule am Bach im Nienburger Ortsteil Erichshagen-Wölpe neu zu gestalten.
Dabei wird ein großes Rondell errichtet, das es Eltern bequem ermöglicht, links zu halten, die Kinder aus dem Auto aussteigen zu lassen und anschließend weiterzufahren.

Dies kritisiert die Stadtratsgruppe GRÜNE-Linke, die geschlossen gegen das Vorhaben stimmte. Dabei stellten alle Parteien fest, dass die verkehrliche Situation dort alles andere als zufriedenstellend sei. Gruppenvorsitzender Dorian Spange dazu: „Morgens fahren dutzende Fahrzeuge eilend den Wiesengrund, der Straße Am Bach oder der Waldstraße entlang. Die wenigen Eltern, die ihr Kind mit dem Rad zur Schule begleiten, werden dabei immer wieder angehupt, weil sie das schnelle Durchkommen bei ständigem Gegenverkehr verhindern.“ Als Anwohner im Wiesengrund könne er dies regelmäßig beobachten.

„Das Rondell mag die Situation unmittelbar vor Ort sicherer und entspannter gestalten – aber auch nur im morgendlichen Bringverkehr. Mittags oder nachmittags, wenn die Eltern zunächst auf die Kinder warten müssen, wird es die Situation gar nicht verbessern können. Zu viele Elterntaxis für zu wenig Platz im Rondell,“ kritisiert Dorian Spange.

Die Ratsgruppe GRÜNE-Linke befürchtet, dass durch die scheinbar sicherere und bequemere Situation direkt an der Schule kein Anreiz geschaffen wird, alternative Konzepte zu erproben und sowohl die Eltern als auch die Kinder zu ermutigen, den Weg zur Schule mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die Verkehrsbelastung im Wohngebiet wird durch diese Maßnahme sicher nicht verringert. In den vergangenen Jahren haben diverse Vororttermine und konstruktive Gespräche mit der Schulleitung und den ElternvertreterInnen stattgefunden. Die jetzt beschlossene Lösung war für alle nicht der große Wurf und es wurde befürchtet, dass hier viel Geld investiert wird, ohne damit das ursprüngliche Problem zu lösen.

„In anderen Städten gibt es bereits erfolgreich getestete Pilotprojekte wie Schulstraßen, Einfahrtverbote zu Schulbeginn und -ende, einen sogenannte Walking-Bus, zu dem es sogar bereits die konkrete Idee gab, den Heka-Parkplatz dafür zu verwenden,“ merkt Regine Pflüger, Mitglied im Orts- und Stadtrat, an. „All das bleibt unversucht oder wird als nicht umsetzbar dargestellt, stattdessen bauen wir jetzt für viel Geld einen Eltern-Kind-Drive-In für die Schule.“

Auf positive Erfahrungen aus Deutschland oder Europa zu einem solchen Vorhaben konnte die Nienburger Stadtverwaltung nicht verweisen. Nur aus Amerika gebe es bislang Erfahrungen dazu. „In Amerika brauche ich auch ein Auto, um von einem Geschäft zum anderen auf der anderen Straßenseite zu kommen, weil es kaum Fuß- und Radwege gibt. Dies als guten Erfahrungswert heranzuziehen ist für uns absolut nicht belastbar,“ kritisiert Aylin Habel, Kandidatin für den Ortsrat Erichshagen-Wölpe, abschließend.






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